Klageziel
Weiterbeschäftigung, Zahlung, Berichtigung, Unterlassung oder eine wirtschaftliche Gesamtlösung erfordern unterschiedliche Anträge und Strategien.
Arbeitsrechtswissen
Ein arbeitsgerichtliches Verfahren folgt einem geregelten Ablauf. Klageziel, Fristen, Tatsachenvortrag, Beweise und mögliche Vergleichslösungen sollten von Beginn an zusammengedacht werden.
Erste Orientierung
Eine Klage ist kein Selbstzweck. Entscheidend sind das konkrete Ziel, die rechtliche Ausgangslage, vorhandene Beweise und die wirtschaftlichen Folgen.
Arbeitsgerichte entscheiden insbesondere über Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern aus dem Arbeitsverhältnis.
Vor der Klageerhebung sollten Ansprüche, Anträge, Fristen und das angestrebte Ergebnis genau bestimmt werden.
Bei Kündigungen können neben der Weiterbeschäftigung auch Abfindung, Freistellung, Zeugnis, Vergütung und der Beendigungszeitpunkt erhebliche Bedeutung haben.
Gegen eine schriftliche Kündigung muss regelmäßig innerhalb von drei Wochen nach ihrem Zugang Kündigungsschutzklage erhoben werden. Ob die Frist läuft und welche Anträge erforderlich sind, sollte unverzüglich geprüft werden.
Verfahrensablauf
Nicht jedes Verfahren durchläuft sämtliche Stufen. Der typische Ablauf schafft dennoch eine verlässliche Orientierung.
01
Klageanträge, Sachverhalt und das verfolgte Ziel müssen hinreichend bestimmt und fristgerecht beim zuständigen Gericht eingereicht werden.
02
Der Vorsitzende erörtert den Streit mit den Parteien und prüft, ob eine einvernehmliche Lösung möglich ist.
03
Kommt keine Einigung zustande, werden Tatsachen, Rechtspositionen und Beweismittel regelmäßig weiter schriftlich aufbereitet.
04
Die Kammer erörtert den Rechtsstreit mit den Parteien, kann Beweise erheben und erneut auf eine Einigung hinwirken.
Vorbereitung
Eine belastbare Prozessführung setzt vollständige Unterlagen, klare Ziele und einen widerspruchsfreien Tatsachenvortrag voraus.
Weiterbeschäftigung, Zahlung, Berichtigung, Unterlassung oder eine wirtschaftliche Gesamtlösung erfordern unterschiedliche Anträge und Strategien.
Klagefristen, Ausschlussfristen und gerichtliche Fristen müssen getrennt erfasst und zuverlässig überwacht werden.
Rechtliche Bewertungen ersetzen keinen konkreten, zeitlich geordneten und nachvollziehbaren Sachverhalt.
Dokumente, Zeugen und weitere Beweismittel sollten frühzeitig identifiziert und dem jeweiligen Tatsachenvortrag zugeordnet werden.
Ein Vergleich kann mehrere Streitpunkte zusammenführen und Rechts- und Planungssicherheit schaffen.
Kosten, Zeit, Annahmeverzug, Vergütungsansprüche und berufliche Auswirkungen gehören zur strategischen Gesamtbewertung.
Verfahrensende
Die geeignete Lösung hängt von Rechtslage, Beweissituation, Zeit und den wirtschaftlichen Zielen der Beteiligten ab.
Ein Vergleich kann den Rechtsstreit abschließend regeln und auch Abfindung, Freistellung, Zeugnis, Vergütung oder weitere Vertragsfragen einbeziehen.
Kommt keine Einigung zustande, entscheidet das Gericht über die gestellten Anträge auf Grundlage des vorgetragenen Sachverhalts und der erhobenen Beweise.
Das Verfahren kann außerdem durch Rücknahme der Klage oder Anerkennung des geltend gemachten Anspruchs beendet werden.
Ob gegen eine Entscheidung ein Rechtsmittel möglich und sinnvoll ist, richtet sich nach der Entscheidung, dem Streitgegenstand und den gesetzlichen Voraussetzungen.
Im arbeitsgerichtlichen Urteilsverfahren der ersten Instanz besteht grundsätzlich kein Anspruch darauf, die Kosten des eigenen Prozessbevollmächtigten von der unterlegenen Gegenseite erstattet zu erhalten. Das Kostenrisiko sollte daher von Beginn an berücksichtigt werden.
Vertiefende Orientierung
Der Fachbeitrag erläutert Ablauf, Termine, mögliche Verfahrensbeendigungen und Kosten ausführlicher.
Wie ein arbeitsgerichtliches Verfahren typischerweise abläuft und welche Bedeutung Klageerhebung, Güteverhandlung, Kammertermin, Vergleich und Kosten haben.
Praktischer Leitfaden
Der Leitfaden verbindet die ersten Schritte nach einer Kündigung mit dem typischen Ablauf des arbeitsgerichtlichen Kündigungsschutzverfahrens.
Der Leitfaden bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Prüfung der Kündigung, der Klagefrist oder der Prozessstrategie im Einzelfall.
Vorbereitungshilfe
Die ausfüllbare Vorlage hilft dabei, die tatsächliche Grundlage eines möglichen Kündigungsschutzverfahrens übersichtlich vorzubereiten.
Die Vorlage ist keine Klageschrift und ersetzt keine rechtliche Prüfung von Fristen, Anträgen oder Prozessstrategie.
Zusammenhänge verstehen
Arbeitsrechtliche Fragestellungen greifen häufig ineinander. Die folgenden Themenseiten erläutern angrenzende rechtliche und wirtschaftliche Zusammenhänge.
Orientierung zu Kündigung, Kündigungsschutzklage, Dreiwochenfrist und den ersten wichtigen Schritten nach Zugang einer Kündigung.
Orientierung zu Anspruch, Verhandlung, Berechnungsfaktoren und wirtschaftlicher Bewertung einer Abfindung.
Informationen zur Prüfung, Einordnung und Verhandlung eines vorgelegten Aufhebungsvertrags.
Orientierung zu Aufgaben, Vergütung, Arbeitszeit, Arbeitsort, Versetzung, Ausschlussfristen und weiteren Regelungen im Arbeitsvertrag.
Weitere Orientierung
Fristen, Klageanträge, Tatsachen, Beweismittel und wirtschaftliche Folgen müssen von Beginn an aufeinander abgestimmt werden.