Arbeitsrechtswissen

Befristeter Arbeitsvertrag

Befristungen unterliegen besonderen formellen und materiellen Anforderungen. Vertragsschluss, Verlängerungen, Vorbeschäftigungen und tatsächlicher Arbeitsbeginn sollten zusammen geprüft werden.

Erste Orientierung

Nicht jede vereinbarte Befristung ist automatisch wirksam

Die Wirksamkeit hängt unter anderem von Befristungsart, Sachgrund, Vertragsdauer, Vorbeschäftigung und rechtzeitiger Vereinbarung ab.

Ein befristeter Arbeitsvertrag endet grundsätzlich ohne gesonderte Kündigung mit Ablauf der vereinbarten Zeit oder Erreichen des Zwecks.

Fehler bei Vertragsschluss oder Verlängerung können dazu führen, dass das Arbeitsverhältnis nicht wirksam befristet ist.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten daher nicht nur den letzten Vertrag, sondern die gesamte Vertrags- und Beschäftigungshistorie betrachten.

Die Dreiwochenfrist für die Entfristungsklage beachten

Die Unwirksamkeit einer Befristung muss regelmäßig innerhalb von drei Wochen nach dem vereinbarten Ende des Arbeitsvertrags gerichtlich geltend gemacht werden. Die Frist sollte unverzüglich geprüft werden.

Strukturiertes Vorgehen

Die ersten Schritte bei einer Befristungsprüfung

Die Prüfung beginnt mit sämtlichen Verträgen, Verlängerungen und früheren Beschäftigungszeiten.

  1. 01

    Verträge vollständig sichern

    Ausgangsvertrag, Verlängerungen, Nachträge und sonstige Vereinbarungen sollten zusammengestellt werden.

  2. 02

    Beschäftigungshistorie klären

    Frühere Arbeitsverhältnisse mit demselben Arbeitgeber können für die sachgrundlose Befristung bedeutsam sein.

  3. 03

    Vertragsschluss und Arbeitsbeginn vergleichen

    Zu prüfen ist, ob die Befristungsabrede rechtzeitig und formwirksam vereinbart wurde.

  4. 04

    Frist und weiteres Vorgehen bestimmen

    Vertragsende, mögliche Weiterbeschäftigung und Klagefrist müssen rechtzeitig eingeordnet werden.

Rechtliche Prüfung

Welche Fragen bei einer Befristung zu klären sind

Je nach Befristungsform gelten unterschiedliche Anforderungen und Risiken.

Zeit- oder Zweckbefristung

Das Arbeitsverhältnis kann bis zu einem festen Datum oder bis zum Eintritt eines bestimmten Zwecks befristet sein.

Sachgrund

Bei einer Befristung mit Sachgrund müssen die tatsächlichen Umstände den angegebenen Grund tragen.

Sachgrundlose Befristung

Dauer, Anzahl der Verlängerungen und mögliche Vorbeschäftigungen müssen innerhalb der gesetzlichen Grenzen liegen.

Schriftform

Die Befristungsabrede muss grundsätzlich vor Beginn der Arbeitsleistung formwirksam vereinbart sein.

Verlängerung

Änderungen weiterer Vertragsbedingungen können aus einer Verlängerung rechtlich einen Neuabschluss machen.

Weiterbeschäftigung

Die tatsächliche Fortsetzung nach Vertragsende kann rechtliche Folgen für den Bestand des Arbeitsverhältnisses haben.

Vertiefende Orientierung

Fachbeiträge zur Befristung

Die Beiträge erläutern Befristungsarten, Verlängerungen und mögliche gerichtliche Schritte ausführlicher.

Praktische Checkliste

Befristeten Arbeitsvertrag strukturiert prüfen

Vertragsfassungen, Vorbeschäftigungen, Verlängerungen, Befristungsgrund und Fristen sollten vollständig zusammengeführt werden.

Die Checkliste hilft dabei, die für eine Befristungsprüfung wesentlichen Vertragsdaten und Unterlagen geordnet zusammenzustellen.

Sie berücksichtigt insbesondere Vorbeschäftigungen, Vertragsschluss und Arbeitsbeginn, Verlängerungen, mögliche Sachgründe, eine Weiterbeschäftigung nach Vertragsende und die mögliche Dreiwochenfrist.

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